11
Januar
2012

Presseerklärung Hohlraumbereiche in Niedermendig

Presseerklärung der Verbandsgemeinde Mendig und der Stadt Mendig zu den Ergebnissen des Pilotprojektes “Kartierung und ingenieurbiologische Standsicherheitsbeurteilung ausgewählter Hohlraumbereiche in Niedermendig“.
Die Vulkanstadt Mendig beherbergt die größten unterirdischen Lavakeller der Erde. Etwa 3 % des Gemarkungsgebietes Mendig könnten Hohlräume aufweisen. Diese Keller sind Ausdruck einer Jahrhunderte alten Bau-/Steine-/Erdenindustrie und heute ein beliebtes Tourismusziel. Zehntausende Menschen besuchen jährlich diese einmalige Sehenswürdigkeit und erleben so hautnah die geschichtliche Entwicklung sowie die Erzeugnisse der Eifelvulkane. Sie sind in unseren Augen ein einzigartiges Kulturgut, welches schützens- und erhaltenswert ist. Das Höhlensystem wird getragen von sogenannten Stützpfeilern sowie den Seitenlasten, die dem Geklöcks die Stabilität verleihen. Diese Vulkankeller haben bislang in ihrer Substanz viele Jahrhunderte überdauert.

Der Kommune war es wichtig, diese Bereiche zu kartieren und mittels eines 3-D-Scannverfahrens mit einer Genauigkeit von 2 mm zu vermessen u. zu erfassen und gleichzeitig auch eine Riskikobewertung über den Zustand der Keller zu erhalten.
Das vom Landesamt für Geologie und Bergbau dazu erfasste Verfahren erfüllt diese Ziele. Hier gibt es fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zustand in dem analysierten Bereich.

Fakten des Ergebnisses sind:

  1.  Alle analysierten öffentlichen Bereiche sowie der Besucherkeller des LavaDomes sind sicher !
  2. Akut einsturzgefährdet ist lediglich ein nicht bewohnter Bereich eines Bergbauunternehmens in einer Fläche von etwa 300 m². Darauf wurde der Eigentümer bereits vor Monaten hingewiesen. Der Bereich ist längst gesperrt.
  3. Für den Bereich von zwei Wohnarealen wird keine akute Einsturzgefährdung gesehen, es wird dort aber empfohlen, mittels eines Monitorings die Hohlraumsituation regelmäßig zu kontrollieren.
  4. Es ist notwendig, dass erfolgreiche Modellprojekt auch auf weitere Bergbaubereiche in der Stadt Mendig auszudehnen. Hierfür ist ein Kostenvolumen von 1,4 Mio. EUR erforderlich. Dies betrifft aber nicht die gesamte Stadt Mendig, entgegen der Behauptungen der Pressemeldungen, sondern nur die Randbereiche im äußersten Norden der Stadt, ausmachend etwa 3 % der Gemarkungsfläche.

Die Verbandsgemeinde und die Stadt Mendig stellen darüber hinaus fest, dass das Rheinland-Pfalz das einzige Flächenland ist, in dem das Altbergrecht in die alleinige Verantwortung des Grundstückseigentümers fällt. Dies muss, wie schon des Öfteren gegenüber dem Land kommuniziert, dringend geändert werden und auf die Zuständigkeit des Landes übertragen werden. Nur so lässt sich eine umfassende Analyse auch in der Praxis durchführen.

Wir bitten daher das fachlich zuständig Wirtschaftsministerium, Schritte zur Änderung des Bergrechts einzuleiten und darüber hinaus den Mendigern sehr zeitnah durch eine Mittelbewilligung zur Seite zu stehen, um die nun erforderlichen weiteren Analysen und Schritte durchzuführen.

Fazit: Akut einsturzgefährdet ist von den 23.780.000 qm der Stadt lediglich eine unbewohnte Bergbaufläche von 300 qm. Ein erhöhtes Monitoring wird für Flächen von zwei kleinräumigen Wohnarealen für erforderlich gehalten. Wir danken dem Land RLP für die Durchführung des Pilotprojektes und sind dankbar, wenn nun das Folgeprojekt zeitnah mit Landesfinanzierung fortgesetzt wird.

ViSdP: Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig
Hans Peter Ammel, Stadtbürgermeister

Categories: Neues aus dem Rathaus

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